Herzlich Willkommen zur 23. Pilztagung

Den druckfrischen Flyer können Sie sich hier herunterladen!

Alles was wichtig ist:

Was erwartet Sie?

Der erste Tag steht ganz im Rahmen von praxisbezogenen Workshops. Der Wunsch nach mehr davon hat uns veranlasst, in diesem Jahr am Vormittag und am Nachmittag jeweils sechs unterschiedliche Workshops parallel durchzuführen. Hier ein Themeneinblick :

  • Feinreinigung besser verstehen: Der Mikronaut - Blick in die Mikro Struktur
  • Technische Trocknung: Praktische Durchführung und Überwachung
  • Probenahme: Tipps und Tricks bei mikrobiologischen Luftprobenahmen
  • Probenahme: Erfolgreiche Partikelsammlung
  • Sanierung: Abdichtung im Verbund und beheizte Wandkonstruktionen in feuchtebelasteten Bereichen
  • Gebäudediagnostik: Leckortung an Rohren und Kanälen mittels HD Inspektion
  • Gebäudediagnostik: BlowerDoor und Thermografie
  • Arbeitsschutz: Staubschutz und Überprüfung geeigneter Luftführung
  • Gebäudediagnostik: Optische Bauforensik
  • Qualitätssicherung: Arbeit und Auswertung von Lüftungslogger-Systemen anhand eines realen Beispiels

Sie bekommen die Möglichkeit, in überschaubaren Gruppen an insgesamt sechs praxisbezogenen Workshops teilzunehmen. Sie können sich schon heute auf unserer Homepage verbindlich Ihren Platz reservieren.

 

Am zweiten Tag erwarten Sie neue Beiträge rund um das Thema Pilzbefall.

In einem Block behandeln wir das Thema Schimmelbefall auf Holz: Dr. Jekyll und Mr. Hyde - Das Doppelleben mancher Schimmelpilze.

Was ist speziell bei der Sanierung von Schimmel auf Holz zu beachten? Und muss bei Schimmel im Dachstuhl wirkliche alles raus? Sie werden es erfahren!

Sie hören von MCF, den mikrokolonialen Pilzen. Die „kleinen Schwarzen“ lieben das Extreme.
Danach geht es ganz klein weiter mit: "Small meets smaller“ - Nanopartikel beeinflussen Schimmelpilzinfektion der Atemwege.

Alles, was Recht ist: Der Vorsitzende Richter am Landgericht Krefeld informiert zu Schadensersatzansprüchen und rechtlichen Aspekten bei Schimmel in der Mietwohnung.

Im Anschluss daran wird es fast musikalisch. Schimmelpilzbefall in Kirchenorgeln, ein immer wiederkehrendes Problem. Erfahren Sie den Stand der Erkenntnis zu Ursachen, Sanierung und Prävention.

Zugegeben, auf die Abschlussrednerin sind wir ein bisschen stolz. Es ist uns gelungen, Prof. Dr. Hannah Monyer, Klinische Neurobiologie des Universitätsklinikums Heidelberg, zu gewinnen. Frau Prof. Monyer forscht seit mehr als 30 Jahren und sie wird für Sie die Wirkung des Schimmelgeruchs auf die Gesundheit der Menschen ins Zentrum ihres Vortrages stellen. Frau Monyer ist Trägerin des Bundesverdienstkreuz am Bande und ihr wurde der höchste deutsche Wissenschaftspreis, der Gottfried Wilhelm Leibniz Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft, verliehen.


22. Pilztagung mit Teilnehmerrekord

Die 300-Teilnehmer-Marke habe man erstmals geknackt, sagte Karlheinz Müller vom Berufsverband Deutscher Baubiologen (VDB), neben dem Bundesverband Schimmelpilzsanierung (BSS) einer der beiden Ausrichter der 22. Pilztagung am 19./20. Juni 2018 in Niedernhausen bei Wiesbaden. Konzeptionell neu waren sechs Workshops, in denen die Teilnehmer je nach Neigung tiefer in einzelne Themen einsteigen konnten.
 

Neu war auf der 22. Pilztagung ein Workshop-Konzept, zum Beispiel zur Probenahme mit Klebestreifen und Direktmikroskopie … (Abb.: B+B BAUEN IM BESTAND/M. Henke).

Jeweils drei der insgesamt sechs Workshops konnte man im Laufe des Vormittags besuchen. Sie beschäftigten sich mit der Reinigung von Lüftungsanlagen, dem Umgang mit Schimmelspürhunden aus Sicht des Sachverständigen, das Aufspüren holzzerstörender Pilze mit Hilfe der Endoskopie, der Wirkung von Flächenheizungen auf Bauteile (insbesondere deren Feuchteverhalten), den Umgang mit Probenahmegeräten (Tipps und Tricks für die

… oder zu Sicherheitsschleusen. (Abb.: B+B BAUEN IM BESTAND/M. Henke)

Luftkeimsammlung) sowie das Nehmen von Klebefilmproben (was ist dabei zu beachten?) und deren Auswertung unter dem Mikroskop (was erkennt man bei welcher Vergrößerung?) sowie Umgebungsschutz, Schleusen und Unterdruckhaltung (u .a. Vorstellung einer neuen einfach zu handhabenden Schleuse). Dieser Teil bot Möglichkeiten sich in kleineren Gruppen intensiver auszutauschen, Detailfragen beantwortet zu bekommen und kam bei den Teilnehmern so gut an, dass er im kommenden Jahr wiederholt werden wird.

Wie man mit Vollbluttest das Entzündungspotenzial von Arbeitsumgebungen und Innenräumen ermitteln kann, war das Thema von Prof. Dr. Monika Raulf. (Abb.: B+B BAUEN IM BESTAND/M. Henke)

Mit Vollbluttest Entzündungspotenzial einschätzen
Ansonsten bot die Pilztagung wieder ein abwechslungsreiches Programm von Recht bis Medizin, letzterer Aspekt erstmals wieder mit drei Vorträgen dabei, nachdem er in den vergangenen beiden Jahren kaum im Programm aufgetaucht war. Besonders interessant war hier der Vortrag von Prof. Dr. Monika Raulf vom Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung an der Ruhr-Universität Bochum. Sie stellte ihre Untersuchungen zu Vollbluttests vor. Mit diesen lässt sich zum einen das proinflammatorische/pyrogene Potenzial (Entzündungsreaktionen) von Staubfilterproben und von mikrobiellen Einzelkomponenten beschreiben und einschätzen oder andersherum – verkürzt ausgedrückt – auch die Anfälligkeit von Einzelpersonen gegenüber bestimmten Umgebungen, in denen sich solche Komponenten befinden.
 

Statistisch Hintergrundwerte abgeleitet
Bemerkenswert war auch ein Vortrag von Judith Meider (Labor Urbanus) und Dr. Christoph Trautmann (Umweltmykologie). Sie haben mehr als 10.000 Proben für EPS (etwa drei Viertel der Proben), Mineralfaser und Putz ausgewertet (KBE-Konzentration, Bestimmung der Gesamtzellzahl und Mikroskopie). Die Durchführung der Probenanalysen wurde zuvor für beide Labore bis in kleinste Details vereinheitlicht. Aus dieser statistisch relevanten Probenmenge wurden mit statistischen Verfahren und unter Berücksichtigung qualitativer Kriterien eine Abgrenzung zwischen üblichen Hintergrundkonzentrationen, einem Grenzbereich sowie Besiedlung und starker Besiedlung abgeleitet – und zwar differenziert nach Analysemethode. In dieser Form ist die Festlegung von abgesicherten Hintergrundkonzentrationen neu.
Eine interessante Erkenntnis war in diesem Zusammenhang auch, dass die Ergebnisse derjenigen Labormethoden, bei denen die Schimmelpilze aus der Probe zunächst auf Nährmedien angezüchtet werden, und der Direktmikroskopie am häufigsten voneinander abweichen. Erklärung: Während die Mikroskopie zuverlässig einen Befall auf der Oberfläche erfasst, von dem die Probe abgenommen wird, erfassen die anderen Methoden besser auch einen Befall tiefer im Material.
 

Wird der Schimmelsanier zum Asbestsanierer?
Ein weiterer Schwerpunkt war die Sensibilisierung für Asbest in Putzen, Fliesenklebern und Spachtelmassen. Denn auch wenn Umgebungs- und Arbeitsschutz bei der Schimmelpilzsanierung eine wesentliche Rolle spielt, gelten für eine Asbestsanierung noch einmal andere Regelungen.
Wer Interesse am Tagungsband hat, kann sich an den VDB wenden (www.pilztagung.de). Ein ausführlicherer Bericht zur 22. Pilztagung wird in der Ausgabe 5/2018 von B+B BAUEN IM BESTAND erscheinen.

Autor: Michael Henke
Quelle: Bauen im Bestand24.de, Branchen-News Ausgabe #308 l 26.06.2018,
https://www.bauenimbestand24.de/