Nachwort zur 24. Pilztagung

Eine Tagung in Zeiten von Corona durchzuführen, war für die Organisation nicht ohne Risiko, aber auch eine interessante Herausforderung. Durch die wiederholte Anpassung der Pandemiepläne der einzelnen Bundesländer gab es keine Planungssicherheit. Keiner wusste, ob das was heute verkündet wurde, auch noch morgen gilt. Wir mussten die Lage immer wieder neu bewerten. Das Thema „Schotten dicht – reicht das?“ musste heiß und nicht aufgewärmt serviert werden. Da waren wir uns einig. Verschieben war für uns keine Alternative. Man kann sagen, es hat geklappt. Insgesamt war die 24. Pilztagung für die Teilnehmer, wie für die Referenten und die Organisatoren in jeder Hinsicht außergewöhnlich und wird lange Zeit uns allen im Gedächtnis bleiben.

Uns als Veranstalter ging es nicht darum, das Thema „Abschottung“ zu einer Glaubensfrage zu erheben: „Bist du dafür oder bist du dagegen?“. Es sollten alle Aspekte fachlich fundiert und detailliert beleuchtet werden, damit uns allen bewusst wird, was wir tun, wenn wir abschotten und welche Konsequenzen dies haben kann.

Das Ergebnis der 24. Pilztagung zeigt zweifelsfrei: Abschottungen sind und können nicht allgemeine Anerkannte Regel der Technik sein. Dafür haben sich die Anstrengungen gelohnt!

Eine erfolgreiche Tagung ist keine One-Man-Show, sondern das Ergebnis von Vielen. Es müssen viele Hände ineinander greifen – und das taten sie.

Vielen Dank Tobias und Dietrich Moldan: Ihr habt bis zuletzt an der Technik gefeilt und mit eurem Equipment Ton und Bild ins Homeoffice und bis nach Kalifornien gestreamt.

Vielen Dank Bernhard Eckard für die Installation der Kameratechnik und die scharfen Fotos.

Vielen Dank Karin Götz, unsere Pandemie-Beauftragte. Dank deines sorgfältig ausgearbeiteten Hygieneplans in Abstimmung mit dem Hotel und den Kontrollen vor Ort konnten wir die Tagung mit einem guten Gewissen durchführen.

Vielen Dank Mike Steringer für einen Anhänger voll mit IQAir Luftfiltern. Durch die Installation der HEPA Luftfilter konnte das Risiko für die Tagungsteilnehmer weiter minimiert werden.

Vielen Dank Ihr Spender und Unterstützer, die Ihr nicht genannt werden wollt, aber es wichtig fandet, dass trotz des höheren finanziellen Aufwandes die Tagung stattfindet.

Vielen Dank an das Organisationsteam, das wie immer im Hintergrund die Strippen gezogen und mit einem prüfenden Auge gewacht hat, ob irgendetwas fehlt.

Vielen Dank an die Referenten. Jeder sah seinen Beitrag als einen Teil des Ganzen. Das spürte man.

Vielen Dank an die Moderatoren, die zum ersten Mal nicht nur die Fragen von den Teilnehmern vor Ort, sondern auch aus dem Chat koordinieren mussten.

Last but not least, vielen Dank an euch Teilnehmer, ob vor Ort, im Büro oder Zuhause, denn ohne direktes Feedback werden auch die besten Vorträge irgendwie langweilig. Die eifrigen Chats erinnerten fast an bekannte Fernsehformate wie z. B. „Hart aber Fair“. Trotz reduzierter Teilnehmerzahl vor Ort, habt letztendlich Ihr die Pilztagung lebhaft, interessant und spannend gemacht.

Vielen Dank! (und nochmals viel Applaus in die Runde!)

Es hat sich gelohnt und wir werden es wieder tun!

Dr. Wolfgang Lorenz, Uwe Münzenberg und Sabine Müller-Dietrich

 


Pilztagung 2020: Argumente gegen das Abschotten

An der 24. Pilztagung am 24. Juni 2020 sind die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie nicht spurlos vorübergegangen. Dennoch gelang es den Veranstaltern, dem Berufsverband Deutscher Baubiologen VDB und dem Bundesverband Schimmelpilzsanierung BSS, eine kombinierte Präsenz- und Online-Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Im Mittelpunkt standen Vorträge zum Tagungsthema „Schotten dicht – Reicht das?“.

Sie wurden sowohl von den circa 70 Teilnehmern vor Ort in Niederhausen als auch von den in die Online-Übertragung eingelockten rund 140 Teilnehmern engagiert diskutiert. Dabei war sich dieser Kreis weitgehend einig: Abschottung als Sanierungsmaßnahme reicht bei einem festgestellten Schimmelbefall nicht. Sie bedarf eines großen Aufwands, um an den Anschlüssen zwischen Bauteilen eine dauerhaft partikeldichte Abschottung auszuführen und ist mit hohen Risiken verbunden, sowohl im Hinblick auf ein Versagen der Abschottung als auch im Hinblick auf eventuelle gesundheitliche und juristische Folgen.

Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit diesem Thema ist das Forschungsprojekt „Instandsetzung von Schimmelschäden durch Abschottung – Partikeldichtheit von Baustoffen“ des AIBAU – Aachener Institut für Bauschadensforschung und angewandte Bauphysik sowie LBW Bioconsult. In dieser Studie kommen die Autoren zu dem Schluss, dass sicher abgeschottete Bauteilschichten nicht ausgetauscht werden müssen, wenn Geruchsbelästigungen sowie feuchtigkeitsbedingte und biogene Materialschäden ausgeschlossen werden können.

Gesundheitliche Risiken durch Schimmelbefall sind unzumutbar
Die wichtigsten in Niedernhausen vorgebrachten Argumente gegen eine Schimmelsanierung durch Abschottung sollen hier gerafft dargestellt werden. Den Anfang machte Rechtsanwalt Jochen Kern, der aktuelle Urteile der Oberlandesgerichte (OLG) Naumburg, Celle und München (letzteres ist noch nicht rechtskräftig) vorstellte und kommentierte. Diese Urteile zeigen, dass eine Nutzung schimmelbefallener Räume nicht nur bei gesundheitlichen Beschwerden, sondern allein wegen der damit verbundenen gesundheitlichen Risiken unzumutbar ist, wobei eine Belastung oberhalb der ortsüblichen Hintergrundbelastung bereits als Mangel eingestuft wird.

Daraus ergeben sich hohe Anforderungen an Werk- und Sanierungsunternehmer. Sie haben nach diesen Urteilen eine geeignete Sanierungsmethode zu wählen, was laut Kern die für die Raumnutzer sicherste Sanierungsmethode bedeutet, da es sich laut OLG Celle hier um „gebotene Maßnahmen der Gesundheitsfürsorge“ handelt. Im Hinblick auf eine Abschottung führte Kern im Lichte dieser Urteile insbesondere drei Gründe an, die gegen eine solche Sanierungsmethode sprechen:

  • Eine dauerhafte Funktionstauglichkeit der Abdichtungsmaterialien ist nicht nachgewiesen.
  • Der Mangel ist nicht beseitigt, wenn biologisches Material in der Bausubstanz verbleibt.
  • Da der Eigentümer bei einem Weiterverkauf eine Hinweispflicht auf mögliche Restrisiken habe, sei von Werteinbußen auszugehen.

Forschungsbericht zur Abschottung kritisiert
Konkret mit dem Forschungsbericht selbst setzten sich in drei Vorträgen Pia Haun, Stefan Betz sowie Jörg Thumulla und Dr. Carmen Kroczek auseinander. Sie kritisierten unter anderem:

  • Die im Forschungsbericht vorgestellten Praxisbeispiele sind nicht geeignet, um ein Funktionieren von Abschottungen zu belegen, da weder eine Sanierungskontrolle stattgefunden hat noch ein Nachweis der gewählten Konstruktionen vorliegt. Letzteres wäre aber erforderlich, da Abschottungen keine anerkannten Regeln der Technik darstellen.
  • Ein abgeschottetes Bauteil wird durch die Abschottung nicht zu einem eigenständigen Raum mit eigener Nutzungsklasse. Vielmehr gehört zum Beispiel der Fußboden bei dauerhaft genutzten Räumen zum Raum dazu und dieser ist daher inklusive Fußboden trotz einer möglichen Abschottung der Nutzungsklasse II zuzuordnen. Betz wies in diesem Zusammenhang allerdings auch auf eine Aussage von Heinz-Jörn Moriske vom Umweltbundesamt hin, der sagte, ein Fußboden könne der Nutzungsklasse III oder IV zugeordnet werden, wenn nachgewiesen werden könne, dass ein Eintrag von Schimmelbestandteilen aus dem Fußboden auszuschließen sei. Betz erklärte, dass es in jedem Fall ein gutes Vorgehen sei, sich an das zum UBA-Leitfaden gehörende Bewertungsschema für Fußböden zu halten.
  • Die Studie weist nur die (Diffusions-)Dichtheit bestimmter Baustoffe gegen größere Partikel wie Sporen nach. Die Tücke liegt aber in den Anschlüssen und Durchdringungen, die in der Regel nur mit großem Aufwand und dennoch hohem Risiko abzudichten sind. Ein Estrichrandstreifen reiche keinesfalls als Abdichtung aus. Insofern ist eine Abschottung nur ein gangbarer Weg, wenn es keine andere Möglichkeit gibt.

Der Vortrag von Dr. Wolfgang Lorenz und Peter Tappler hatte zwar ein anderes Thema („Über den Missbrauch mikrobiologischer Analyseergebnisse – Wunschergebnisse durch Auswahl bestimmter Proben und Analysemethoden“), stellte letztlich aber auch einen Kommentar zur Abschottung dar. So berichtete Peter Tappler über Fälle aus seiner Praxis, in denen Schimmelpilzsporen trotz Abschottung in die Raumluft gelangt sind. Und Dr. Lorenz monierte, dass Ergebnisse von Luftmessungen oft missbraucht werden, um eine hygienische Unbedenklichkeit zu bestätigen – trotz nachgewiesenem Schaden.

Schimmelpilzklausel ist (wahrscheinlich) unwirksam
Neben der Abschottung wurden auf der Pilztagung zwei weitere interessante und aktuelle Themen behandelt. So berichtete Rechtsanwalt Patrick Lerch über eine BGH-Entscheidung zur sogenannten Schimmelpilzklausel in Versicherungsverträgen zu Leitungswasserschäden. Mit dieser Klausel wird in manchen Verträgen ähnlich der Schwammklausel für holzzerstörende Pilze in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) die Regulierung von Schimmelschäden bei Leitungswasserschäden generell ausgeschlossen. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat hierzu ein Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz aufgehoben, da es in der Sache nicht geklärt habe, ob bei Leitungswasserschäden regelmäßig auch Schimmelschäden auftreten. Wäre das der Fall, können sie nicht in den AGB ausgeschlossen werden und entsprechende Klauseln seien unwirksam.

Nach den Schilderungen Lerchs, habe die beklagte Versicherung die Schadensregulierung vor einem Urteilsspruch bezahlt, um ein Urteil mit Begründung zu vermeiden. Noch ist allerdings unklar, ob es nicht doch noch zu einem Urteil kommt.

Studie untersucht Mykotoxine in schimmelbefallenen Baustoffen
Ganz aktuelle Ergebnisse aus einer noch laufenden Studie präsentierte Professor Dr. Dr. habil. Manfred Gareis. Im Rahmen der GerES-Studien werden schwerpunktmäßig mikrobielle Wirkstoffe untersucht. Ausgewählt wurden bei GerES V (2018 bis 2022) Entzündungsmediatoren, zytotoxische Wirkstoffe und Mykotoxine.

Gareis berichtete über die Untersuchung von Baustoffproben auf Mykotoxine. Eingesetzt wurde hierfür die LC-MS/MS-Multimykotoxin-Methode, die an der LMU München für die Analytik von Umweltproben entwickelt wurde. Mit ihr wird ein analytisches Spektrum von bislang insgesamt 26 Mykotoxinen von Chaetomium, Aspergillus, Penicillium und Stachybotrys erfasst.

Die vorgestellten Ergebnisse zeigen vor allem zweierlei:

  • Die untersuchten Baustoffproben wiesen teilweise sehr hohe Mykotoxin-Konzentrationen auf.
  • Aus dem Mykotoxin-Profil lassen sich die vorhandenen Pilzspezies ableiten, auch im zeitlichen Verlauf der Schadensentwicklung.

Ziel der Untersuchung ist es, die möglichen gesundheitlichen Wirkungen eines Schimmelbefalls besser zu verstehen. Aber auch auf die Sanierungspraxis könnten sich die Ergebnisse auswirken, insbesondere im Hinblick auf die feinzureinigenden Flächen oder den Ausbau von Materialien.

Fazit: Gut, dass die Tagung stattgefunden hat!

Die Pilztagung konnte nur mit eingeschränktem Programm ohne Fachausstellung und dem ursprünglich geplanten Workshop-Tag durchgeführt werden. Dennoch war es gut, dass die Tagung stattgefunden hat und die Diskussion aktueller Themen nicht dem Sars-CoV-2-Virus zum Opfer gefallen ist. Die Vorträge waren so kurz und kompakt gehalten, dass man ihnen – wie der Autor dieses Artikels – auch bei der Online-Teilnahme konzentriert folgen konnte. Die Chatfunktion trug zu einem intensiven Austausch bei und konnte zumindest über die fehlenden beziehungsweise eingeschränkten Pausengespräche hinwegtrösten.

Weitere Informationen
Mehrere Artikel in der „B+B Bauen im Bestand“ beschäftigen sich mit der Studie „Instandsetzung von Schimmelschäden durch Abschottung – Partikeldichtheit von Baustoffen“ und der Kritik an dieser. Sie sind in den Ausgaben 3/2018, 2/2019, 2/2020 und 4/2020 erschienen. Der Forschungsbericht ist online www.aibau.de in der Rubrik Forschungsberichte verfügbar.

Quellenangabe: Autor Michael Henke, Verlagsgesellschaft Rudolf Müller GmbH & Co. KG, erschienen in "B+B Bauen im Bestand“, https://www.bauenimbestand24.de/

 


Die Pilztagung in Zeiten von Corona - Vorwort zur 24. Pilztagung 2020

Die immer wieder sich veränderte Lage bezüglich der behördlichen Corona Auflagen für Reisen und Veranstaltungen erforderten viele Stunden Arbeit mit etlichen Telefonkonferenzen.

Wir hätten dem allgemeinen Trend folgen und die Pilztagung absagen können. Viele haben das erwartet und die meisten hätten es verstanden. Eine Absage hätte uns die aufwendige Neuorganisation und letztendlich den BSS und dem VDB erhebliche finanzielle Verluste erspart. Warum haben wir es dann nicht getan?

Die jährliche Pilztagung hat den Anspruch neueste Kenntnisse zu vermitteln und aktuell strittige Themen zu behandeln. Genauso wichtig sind die Gespräche in den Pausen und am Abend. Auf all dies hätten wir komplett verzichten müssen. Aber das wollten wir nicht. Klar, wir müssen uns einschränken. Wir müssen die Teilnehmerzahl massiv beschränken und bei den Gesprächen Disziplin beweisen. Aber vielleicht hat eine Pilztagung in Zeiten von Corona auch ihre ganz besonderen Reize.

Die Hygieneregeln, welche wir beachten müssen, geben uns die Chance, neue Veranstaltungskonzepte zu testen. „Gemeinsame“ Pilztagung bedeutet diese Mal und vielleicht auch für die Zukunft, dass die Pilztagung nicht mehr nur auf die Teilnehmer vor Ort begrenzt ist, die sich die Zeit für die Anreise nehmen. Die Teilnahme per Video bedeutet auch die Öffnung der Pilztagung für weitere Kollegen im Ausland. Wir wissen aus den guten Kontakten zu Kollegen in Dänemark, Österreich, der Schweiz und Amerika, dass der Austausch mit Fachleuten aus anderen europäischen Ländern und aus Übersee spannende Impulse bringt.

Deshalb ist unsere Entscheidung: „Wir machen das. Lasst es uns versuchen!“.

Die Rückmeldungen der überwiegenden Anzahl der Kolleginnen und Kollegen war Jahr für Jahr, dass insbesondere der persönliche Kontakt, der Austausch mit den Fachfirmen und die Workshops wichtig sind. Das fehlt im Jahre 2020. Nicht nur wegen der Teilnahme-Beschränkungen, auch aus diesem Grund werden wir daher zur „Corona Pilztagung“ deutlich weniger Kolleginnen und Kollegen sehen als sonst.

Thematisch reizvoll sind aber auch die Parallelen zwischen den vielen „Wahrheiten“ um Corona und dem aktuellen und beherrschenden Thema in der Schimmelsanierung: Abschottung - bist du dafür oder bist du dagegen?

In der Diskussion um die „Abschottung“ vor dem Virus, hat es ein wenig gedauert, bis sich ein klares Bild ergeben hat. Dies lag sicherlich zum einen an den vielen Experten, welche aus unterschiedlichen Gesichtspunkten den Schutz bewerteten, aber sicherlich auch daran, dass es Zeit benötigt, bis Ergebnisse bewertet und sich zu Erkenntnissen herauskristallisieren. So hieß es...

•    Masken schützen nicht vor einer Infektion
•    Masken schützen nicht 100 % vor einer Infektion
•    Nur „zertifizierte“ Masken schützen
•    Und nun heißt es: Jeder Schutz vor Nase und Mund stellt einen Schutz dar.

Diese etwas überzogene Darstellung der Entwicklung ist nachvollziehbar, wenn man berücksichtigt, dass sich die Schutzziele mit dem Bertachtungswinkel ändern.

Schotten dicht bei Schimmelpilzen?

Wie so oft bei Schimmelpilzen gibt es nicht nur schwarz und weiß, sondern sehr viel grau.

Die Frage Abschottung – richtig oder falsch - kann man nicht beantworten, wenn man sie als absolute Frage stellt – Bist du für oder gegen? Denn warum sollte man Schimmelpilze nicht abschotten können – natürlich kann man Schimmelpilze abschotten. Aus technischer Sicht ist dies mit Sicherheit möglich. Eine Konstruktion kann so geplant werden, dass diese dicht ist. Ist das im jeweiligen Schadensfall – im Bestand - auch möglich und welche möglicherweise Folgen ergeben sich daraus?

Bei dem Versuch, die Frage nach der Abschottung im Grundsatz zu klären, besteht die Gefahr, das Thema in der individuellen Schadenspraxis zu verfehlen. Zielführender könnte sein, insbesondere bei Beteiligten mit unterschiedlichen Interessenlagen (Investor, Bauherr, Planer, Nutzer, Versicherung), mehrere Lösungsansätze mit ihren Vor- und Nachteilen gegenüberzustellen und so eine für alle nachvollziehbare „beste“ Lösung zu finden. Spekulativ könnte dies beispielhaft bedeuten, Abschottung ist im vorliegen Fall möglich, wirtschaftlich jedoch unattraktiv, da ein bekannter verdeckter Schaden mögliche spätere Schadensverläufe deutlich beeinflussen würde und zu Unsicherheiten bei Gefährdungsbeurteilungen führen könnte.

Ärgerlich ist jedoch, wenn einen das Gefühl beschleicht, uns wird mit prominenter Hilfe versucht, ein X für ein U zu verkaufen:

•    Ob nass oder trocken – Abschottung vor ever.
•    Abschottung möglich? – Egal, allein der Versuch zählt.
•    Bauteile zu Raumklassen – finde die Lücke in der Definition.
•    Kein Nachweis von Sporen in der Luft = kein beachtenswerter Schimmelbefall. – Finde den Fehler!

Wir haben es geschafft, die Fachbeiträge der 24. Pilztagung unter ein gemeinsames Motto zu stellen. Wir betrachten das Thema Abschottung von Schimmelbefall aus juristischer, medizinischer, wissenschaftlicher und technischer Sicht. Es ist wichtig, dass wir darüber sprechen.

Dieses brandheiße Thema war nicht das letzte Argument für unsere Entscheidung „Wir können die 24. Pilztagung nicht absagen. Yes, we can do!“

Dr. Wolfgang Lorenz und Uwe Münzenberg